Rund um den Bärlauch

Alles Bärlauch, oder was?

Was ist grün und wächst im Wald? Bärlauch natürlich! Sorry, wer hier auf einen schlechten Flachwitz gehofft hat wird enttäuscht. 

 

Anstatt den wilden Koblauch im Supermarktregal zu suchen, geht's an diesem Apriltag in den Wald zum Bärlauchmekka für Sammlerinnen und Sammler. In einen Fichtenwald in der Nähe von Lippach soll es auf jeden Fall das grüne Gewächs der Begierde geben, so eine vertrauenswürdige Quelle.

Bärlauchsammeln ist was für Kräuterhexen, Biologen oder Leute, die sich damit auskennen. Was davon auf uns zutrifft? Nichts. Wir sind wohl leicht lebensmüde und suchen in öden Coronazeiten wie diesen das kleine Abendteuer im Alltag... Nein, im Ernst, der Waldausflug kann ganz schön schief gehen, wenn man nicht richtig schaut, welches Kraut da im Korb landet.

Aber alles auf Anfang...

Stift und Linse, Botanischer Garten München-Nymphenburg
Stift und Linse, Botanischer Garten München-Nymphenburg

... An einer ziemlich abgelegenen Grillstelle, zwischen Lippach und Röttingen – genauer: kurz nach dem Freudenhöfle – wird das Auto geparkt. Dann geht's den Berg einige Meter runter, um dann nach rechts in einen Feldweg abzubiegen. Rundherum summen die Bienen und die Bäume verströmen den Duft nach Frühling – ist das das blaue Band, von dem Mörike gesprochen hat?

An Lichtung eins denken die Sammler, "Bärlauch, ja du bist's!" Doch nach genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass es sich um Maiglöckchen handelt. Grade nochmal Glück gehabt. Bärlauch sammeln ist eigentlich ein bisschen wie Lottospielen. Hat man da genießbaren Bärlauch? Oder giftige Maiglöckchen? Denn Achtung! Wenn die beiden Genossen noch nicht blühen, sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich.

Zum Mitschreiben: Bärlauch hat eine glänzende Oberseite und eine matte Unterseite und riecht nach Knobi!




An einer Gabelung wird der obere Weg eingeschlagen. Dann geht's im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein. Und, immer der Nase nach. Ab und an erreicht den Wanderer feiner Duft, so muss es wohl auf einer Knobifarm riechen.

Wer seiner Nase vertraut, landet nach einigen Schritten am Rande eines Bärlauchfelds. Das ist über und über voll mit dem Kraut, das die Bären nach dem Winterschlaf gegessen haben, um ihre Verdauung richtig auf Touren zu bringen.

Ratsch, und in den Sack damit – so landet Blatt für Blatt im Beutel, so verbreitet sich Blatt für Blatt der wohlige Knoblauchduft. Hmmmmm, wenn's jetzt bloß schon Essen gäbe... Also flott ins Auto und an den Herd!


DAS REZEPT FÜR BÄRLAUCHFANS UND SOLCHE, DIE ES WERDEN WOLLEN

  • Ganz viel Bärlauch
  • 4 EL Margerine
  • 2 EL Mehl
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sojasahne
  • 1 TL Senf
  • 1 Schuss Weißwein
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Prise Muskatnuss
  • Salz
  • weißer Pfeffer 

ZUBEREITUNG
Bärlauch waschen und klein hacken. 2 EL Margarine in einem Topf schmelzen lassen und Mehl einrühren. Gut rühren, damit nichts klumpt. Mit Gemüsebrühe aufgießen und immer schön weiterrühren. Das ganze kurz aufkochen lassen, danach die Hitze runterdrehen. Bärlauch, Sojasahne, Weißwein, 2 EL Margarine, Senf und Zitronensaft dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Bärlauchsoße 5 - 10 Minuten köcheln und eindicken lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nochmals abschmecken und ganz viel davon über den Spargel gießen. 

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