Einmal Neresheim und zurück

Neresheim, wandern, Wanderweg, Natur, Härtsfeldsee, Ostalbkreis, "Stift und Linse"

Burg, Land, Fluss – alles in einer Tour

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Das Auto schießt über die Landstraße. Rundherum Grün, soweit das Auge reicht. Zwischen den Hügeln öffnet sich der Blick auf ein Kloster. Es thront über Neresheim auf dem Ulrichsberg. Nur noch wenige Minuten sind es mit dem Auto in die Stadt, die auf dem Härtsfeld liegt und damit im östlichen Teil der schwäbischen Alb.

Aber genug gedüst. Unterhalb des Klosters kommt das Auto zum Stehen. Auf dem Parkplatz vor der historischen Schättere, einer Museumsbahn, wird es nun eine Weile warten, denn es ist Zeit zu wandern. Es soll vom Kloster Neresheim über den Härtsfeldsee und die Burg Katzenstein wieder nach Neresheim gehen. 15 Kilometer trennen Start und Ziel. Dann mal los.

 

Obacht: gelben Kreis nicht aus den Augen verlieren

Entlang der Egau geht’s in Richtung Dillingen. Ein gelber Kreis weißt den Weg. Zugegeben, der asphaltierte Pfad wird kaum in einem Wandermagazin landen, doch aus etwas Entfernung kann die Abtei, die zwischen Himmel und Erde ragt, betrachtet werden – ganz schön eigentlich.

Auf einem Schotterweg geht es begleitet von reichlich Sonne weiter. Einzelne Menschen kreuzen den Weg, Fahrradfahrer brettern über die Straße. Rentnerinnen und Rentner, die wohl noch nichts vom Sicherheitsabstand gehört haben, wanken vorbei.

Sei's drum, nur eine halbe Stunde später, in einem Waldstück, ist keine Menschenseele mehr. Nur die Sonne, die sich durch die Baumwipfel kämpft, begleitet jeden Schritt.

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Gelb, gelber, am gelbsten: Auf dem Rasen der verlassenen Golfanlage Hochstatt liegen hunderte gelbe Golfbälle – ein geisterhaftes Bild, wenn man bedenkt, dass auf diesem Platz am Wochenende die Bälle nur so über das Grün fliegen. 

An einer Gabelung warten schlechte Nachrichten: Bis zum Härtfeldsee sind es noch viele viele Kilometer. Gut, dann geht’s über einen Shortcut eben gleich zur Burg Katzenstein, laut Wegweiser spart der schlaue Wanderer so immerhin vier Kilometer. Der Weg führt über alte Schienen in das kleine Dorf Iggenhausen. Dort sagen sich Fuchs und Has gute Nacht, zumindest wirkt es so. Schnell weg von hier.

Richtung Katzenstein gibt es eine kleine Kapelle. Auf der Anhöhe angekommen, hat man einen schönen Blick auf den Härtsfeldsee, der einsam in der Sonne schimmert.

 



Burg, Bier und Jauche 

Dann, zwischen Baumwimpfeln hindurch, ist die Burg Katzenstein zu sehen. In der City, nein dem Dorf, sitzen ein paar Bewohner draußen, trinken Bier. Andere sägen Holz oder füllen die Jauchegrube – was man eben am Wochenende so macht.

Der Parkplatz vor einer der ältesten Stauferburgen ist verwaist. Nur auf einem der Giebel sind zwei nette Gesellen, vermutlich Rotgänse, die vor sich hingackern.

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Ciao Burg, hallo Kloster 

Nach einer kleinen Pause heißt es Abschiednehmen vom Gemäuer, das zum ersten Mal 1099 erwähnt wurde, und es geht wieder in Richtung Neresheim. Dieses Mal aber nicht durch das Tal. Über Hügel und durch den Wald, immer dem gelben Ring hinterher, geht es nach Neresheim – auch wenn ein herausgerissener Wegweiser die Wanderer kurz ins Schwitzen bringt.

Es wird kühler, und die Sonne färbt sich rot, als Zweige den Blick auf das Gemäuer des Neresheimer Klosters freigeben. Es sind fast vier Stunden vergangen und 15 Kilometer geschafft.

Der offizielle Pfad wird nun ignoriert, es geht auf der asphaltierte Straße wieder Richtung Auto. Das Grün hat sich nun in verschiedenen Grauabstufungen gefärbt. Der Magen jammert, Snacks gab es unterwegs keine – schnell Heim.

Mit einem Brüllen erwacht der Motor zum Leben. Kurz darauf schießt das Auto über die Landstraße, das Kloster im Rückspiegel.

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Neresheim - Härtsfeldsee - Burg Katzenstein & zurück

Die Route für alle Wanderfreundinnen und Wanderfreunde:

 

Am Neresheimer Bahnhof Auto parken. Von dort wenige Schritte in Richtung Stadt gehen und dann die nächste Straße links abbiegen (Wegweiser am Start!). Nun immer den Schildern mit gelbem Ring folgen. Über ein Naturschutzgebiet geht's zum Golfplatz, zum Härtsfeldsee und zur Burg Katzenstein. Durch den Wald geht es zurück nach Neresheim. 

 

Kilometer:etwa 16

Dauer:etwa 4 h

Schwierigkeit: nix für Waschlappen

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