Wenn der Braunenberg in Aalen im Nebel versinkt

"Seltsam im Nebel zu Wandern"

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"Seltsam im Nebel zu wandern" schreibt Hermann Hesse in der erste Strophe seines Gedichts "Im Nebel".

Mit diesem Hauch von Melancholie im Gepäck schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf in den Nebel. Mit dicker Mütze auf dem Kopf stiefeln wir los. Es ist kalt. Ziemlich kalt sogar. Ausgefuchste Wanderer würden an dieser Stelle das Argument "es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung blabla bla..." ins Spiel bringen. Dieser Spruch soll hier aber nicht fallen. Sei's drum... 

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Das Nebelwanderungsziel: der Braunenberg in Aalen-Wasseralfingen. Verhangen sind die Bäume. Die letzten orangefarbenen Blätter sorgen für Farbkleckse.

Im Wald ist es still. Die Zweige knirschen  unter den Schuhen. Mitten im Wald tauchen die Überbleibsel aus längst vergangenen Bergbauzeiten auf. Steinquader wachsen aus dem Boden, Moos überwuchert alles. Um eine Feuerstelle liegt frische Asche. Wer hier wohl genächtigt hat?

Einige Meter weiter, am Wegesrand, wird ein mit Efeu behangenes Haus sichtbar. In Horrorfilmen würde nun eine Fratze in einem der Fenster erscheinen und blitzschnell wieder verschwinden. Das ist in der Realität zum Glück nicht so.

 

Wir ziehen weiter. Tiefer und tiefer in den Wald. Der Nebel wird dichter und dichter. Was wir alles noch entdeckt haben? Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. 

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Im Nebel

 

Seltsam, im Nebel zu wandern!

Einsam ist jeder Busch und Stein,

Kein Baum sieht den andern,

Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,

Als noch mein Leben licht war;

Nun, da der Nebel fällt,

Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,

Der nicht das Dunkel kennt,

Das unentrinnbar und leise

Von allen ihn trennt.

Seltsam, Im Nebel zu wandern!

Leben ist Einsamsein.

Kein Mensch kennt den andern,

Jeder ist allein.

 

Hermann Hesse, November 1905

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