Mailand, Milano Card, Tipps

Wie wir in Mailand beklaut wurden #Milano card

Das ist eine Abrechnung. Eine Abrechnung mit Mailand. Keine Angst, hier soll nicht die Stadt durch den Kakao gezogen werden. Auch über Italiener wird nicht gelästert. Es geht um Geldmacherei. In großem Stil. Drogenschmuggel? Nicht ganz. Das Stichwort lautet Milano Card. Das sagt euch nichts? Ihr Glücklichen.

Wir sind auf das Angebot reingefallen. Doch es klingt verlockend: zwei kostenlose Drinks, vergünstigter Eintritt in viele Museen, ein Ticket für Bus und Bahn, eine Uber-Fahrt und und und. Das und mehr gibt's für 19 Euro 72 Stunden lang. Da muss man doch zuschlagen, oder? Hm, Gewiefte ahnen es sicher schon: Da stimmt was nicht.

Nachdem die Milano Card bequem per App gekauft ist, stellt sich heraus, dass das Metroticket face to face, an einem Bahnhofschalter, aktiviert werden muss. Aber nicht an jedem Schalter in jedem Bahnhof der Modehauptstadt. Das wäre ja auch zu einfach. An etwa fünf Orten in der City ist das möglich. Wir entscheiden uns für den Hauptbahnhof. Dort angekommen wartet das nächste Hindernis. Wo ist der Schalter? Eine genaue Adresse auf der Milano Card Homepage? Fehlanzeige. Wegweiser am Bahnhof? Nö. Tausend Googlesuchanfragen später stoßen wir auf ein YouTube-Video, das den Weg zu besagtem Schalter zeigt. Wirklich schlauer sind wir nach dem Anschauen nicht.

Uns bleibt nur, weiter umherzuirren. 15 Minuten. 25 Minuten. Die Stimmung sinkt. Doch wir geben nicht auf. Und dann, in der hintersten Ecke des Bahnhofs, ziemlich versteckt, ist der Schalter. Wir halten das Metroticket in den Händen.

Doch lange hält die Freude nicht. Wir stellen fest: Das Angebot ist ein Tourinap. Warum? Das Skip-the-Line-Angebot, das in der Milano Card enthalten ist, gibt's am Mailänder Dom nicht mehr, Vergünstigungen in Restaurants gelten nur für die ersten paar Besucher des Tages, kostenlosen Kuchen in einer Bäckerei gibt's erst, wenn man dort für einen bestimmten Wert einkauft...

All in all: Die Milano Card hat uns nichts gebracht. Um es überspitzt zu sagen: Wir wurden beklaut. Ein einfaches 72 h Ticket für die Metro kostet ungefähr 10 €, damit wären wir besser beraten gewesen... schade!   


Mailand: Nur meckern ist auch doof

Alles doof? Nein, eigentlich nicht. Der Start mit der Milano Card war alles andere als cool. Doch abgesehen davon ist die Modehauptstadt ein, zwei, zehn oder zwanzig Besuche wert. 

 

Hier haben wir uns rumgetrieben:

- Navigli: Das Viertel liegt zwischen zwei Kanälen und ist voller Kunstgalerien, Secondhand-Läden und gemütlichen Bars. Und: Wenn's dämmert kann man es sich mit einem Bierchen, das es am Straßenrand zu kaufen gibt, am Kanal gemütlich machen.

- Brera: Schöne Straßencafés und Restaurants und dazu eine Menge Kunst und Design.

- Gucci Art Wall: Wenn's noch ein bisschen mehr Kunst sein darf: Gucci schmückt eine Hauswand in Mailand mit schicken Bildern.

- Tourilife: Gut, wenn man schonmal in Mailand ist, muss man am Dom vorbei. Und: durch die Galleria Vittorio Emanuele II gehen!

 

Mailänder Dom
Mailänder Dom
Mailand Navigli
Gucci Art Wall
Navigli Mailand



Text: Marcia Rottler | Fotos: Benedikt Walther 

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