Von Wasseralfingen nach Espachweiler Teil 2

Sonnenblumenfeld

Schwäbische Prärie, Sonnenblumen und der Seegasthof Espachweiler

Hunderte, nein tausende Bienen summen am Rande Hüttlingens in einem Sonnenblumenfeld. Okay, Romantik beiseite. Was hier summt, ist das Umspannwerk der EnBW. Und das Sonnenblumenfeld, das ist bereits dreiviertel verblüht und bringt kaum einer Biene mehr etwas - schön sieht's trotzdem aus. Doch was machen wir überhaupt mitten in der schwäbischen Prärie? Der Plan des Tages: von Wasseralfingen in den Seegasthof nach Espachweiler wandern. Hinfahren kann schließlich jeder. 12,3 Kilometer trennten uns zu Beginn der Aktion vom Abendessen - inzwischen sind es noch rund 7 Kilometer. 

Es wird Zeit, Strommasten und Kabeln bye bye zu sagen. Weiter geht's vorbei an unzähligen Maisfeldern, abgemähten Wiesen und Kleefeldern - wo steht nur das Bett im Kornfeld?

 

Googel, Landkarte, Flickenteppich

Nach unzähligen Schritten geht es weg von der asphaltierten Straßen in einen geheimnisvollen Wald. Ein verlassener Jägersitz lehnt hier an einem Baum, in einer Pfütze spiegeln sich Blätter.  Laut Google ist der Pfad eine Abkürzung. Ja, wir geben es zu: Wir verlassen uns weder auf unsere geoprafischen Kenntnisse, noch sind wir mit einer Landkarte unterwegs - wir stapfen mit Google Maps durch die Gegend. 

Der Waldweg führt nach Oberlengenfeld. Der Magen knurrt. Doch das Ziel ist noch lange nicht in Sicht. Durchhalten. Stark bleiben. Mit dem Wetterwechsel - es nieselt, es wird dunkler und kühler - erreichen wir Schwenningen. Ein großer Flickenteppich, äh eine Hauptstraße, führt durch den Ort. Der Briefkasten ist mit Moos bedeckt, das Haus mit  Efeu bewuchert, die Gärten mit Steinen verunstaltet.

 

Wow!

Doch dann taucht zwischen Doppelhaushälften & Co. das Ellwanger Schloss auf. Ganz schön wow. Die Aussicht ist Ansporn zum Weitergehen. Gut, und der Hunger. Jetzt geht's nur noch durch den Wald bergab. Inzwischen ist es neblig. Macht nichts, wir sind gleich da. Nur noch einmal abbiegen und dann, dann landen wir wieder auf der Landstraße ... Ein kleiner Trampelpfad am Rand führt weiter den Berg hinunter. Als das Ortssschild hervorblitzt, ist das wie ein sechser im Lotto. Zumindest fast. Noch schöner wird es, als wir im Seegasthof sitzen, Wein und Bier vor uns haben und das leckere Essen genießen können. Denn für dieses hat sich die Strecke mehr als gelohnt. 

 

Teil 1 gibt's hier zum Nachlesen.


PS:

Natürlich könnt ihr den Seegasthof Espachweiler auch besuchen, ohne davor drei Stunden über Stock und Stein zu wandern. Öffnungszeiten: warme Küche von 11.30-14 Uhr und 17.30-21 Uhr, Donnerstag und Freitag ist Ruhetag.

Schloss Ellwangen
Seegasthof Espachweiler



Text: Marcia Rottler | Fotos: Benedikt Walther 

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