Von Wasseralfingen nach Espachweiler Teil 1

Maisfeld

Kein Wikipedia-Eintrag, Horrorfilmkulisse und das große Summen

Ins Auto sitzen, eine Weile düsen, im Restaurant ankommen, essen? Nein, danach ist uns an diesem Tag echt nicht. Die Alternative? Ganz einfach: losstiefeln. Unser Ziel: der Seegasthof in Espachweiler. Espach was? Ja, richtig gelesen. Das Örtchen liegt etwa vier Kilometer von Ellwangen entfernt. Nicht einmal eine eigene Wikipediaseite hat das beschauliche Gebiet rund um den Espachweiher. Wie auch immer. Für uns beginnt die Wanderung in Wasseralfingen. 12,30 Kilometer liegen zwischen Start und Ziel. Challenge accepted. Zugegeben, die Wanderkleidung ist ausbaubar. Aber lieber hip unterwegs sein, man weiß ja nie, wen man so trifft... in diesem Fall ist das tatsächlich keine Menschenseele. Gelegentlich schleicht eine Katze am Wegesrand vorbei oder ein Traktor pflügt das Feld. Das war's.

 

Wasseralfingen, Wagenrain, Gülle, Gülle, Gülle

Die kommenden 12 Kilometer sind voller Natur. Der erste Kilometer – von Wasseralfingen nach Hüttlingen – ist wenig vielversprechend. Es geht über geteerte Straßen, durch Siedlungen.

Kaum haben wir die Gemeinde hinter uns gelassen, wird's ländlicher. Maisfeld reiht sich an Maisfeld, die ausgefahrene Gülle stinkt um die Wette. Macht nichts. Wir sind robust.

Das anfangs sonnige Wetter schlägt im Laufe der Wanderung um. Mit dem düster werdenden Himmel kommen wir in Wagenrain an – wieder so ein Ort ohne Wikipediaseite. Das Kaff, in dem es vermutlich mehr Kühe als Menschen gibt, ist ein einziger, großer Bauernhof. Es könnte aber auch Schauplatz eines Horrorfilms sein. Weit entfernt bellt ein Hund, die alten Häuser sind mit Gestrüpp vollgewachsen, ein schrottreifer Golf steht von Efeu zugewuchert im Gras. Nichts wie weg hier.

Langsam grummelt der Magen. Das Essen wartet erst in etwa 7 Kilometern auf uns. Mist. Doch auf dem Weg gibt's schon das nächste spannende Objekt, das betrachtet und fotografiert werden muss. Es ist mehrere Meter hoch und summt bedrohlich. Was das ist? Das wird erst in Teil 2 der Wanderung verraten – dann gibt's auch Bilder vom leckeren Essen.


Musik für echte Wandersleut:

Mit Gigi D'Agostino im Ohr geht's die Berge gleich viel leichter hoch. Wenn es ein bisschen verträumter sein muss: Lana del Rey und Slowdive haben da so einige Songs auf Lager. Für die ganz Harten muss Kollegah am Start sein. The Pixies sorgen für die punkige Seite der Wanderung und Mine kann man sowieso immer hören.




Text: Marcia Rottler | Fotos: Benedikt Walther 

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